Aktuelles

Die im Juni 2017 veröffentlichte Überarbeitung der ECHA-Leitlinie für die PBT/vPvB-Bewertung (Leitlinien zu den Informationsanforderungen und zur Stoffsicherheitsbeurteilung, Kapitel R.11) führt als neues Screening-Kriterium zur Beurteilung der Bioakkumulation in luftatmenden terrestrischen Organismen eine Kombination aus zwei Verteilungskoeffizienten (octanol-water (Kow) und octanol-air (Koa)) ein: log Kow > 2 und log Koa > 5. Der log Koa wird unter der REACH-Verordnung nicht als eigenständige Information gefordert und muss daher separat bestimmt oder abgeschätzt werden. Momentane Arbeiten von FoBiG zeigen, dass ein beträchtlicher Teil der registrierten Chemikalien die neuen Screening-Kriterien für die Bioakkumulation in luftatmenden terrestrischen Organismen erfüllen dürfte.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Jan Oltmanns.

Im Mai 2017 ist die Verordnung (EU) 2017/542 als Annex VIII zur bestehenden CLP Verordnung verabschiedet worden. Durch die neue Verordnung werden Importeure und nachgeschaltete Anwender dazu verpflichtet, humantoxikologisch eingestufte Gemische an EU Poison Centres zu melden. Für die Meldung wird derzeit ein harmonisiertes Poison Centres Notification (PCN) format entwickelt sowie ein Tool zu Generierung eines Unique Formula Identifiers (UFI). Das PCN-Format soll Anfang 2018 bereitgestellt werden. Erste Deadline zur Notifizierung von gefährlichen Gemischen für Verbraucheranwendungen ist der 1. Januar 2020.

Bei Fragen zu den Notifizierungenspflichten, wenden Sie sich an uns!

In Fortführung eines Projektes im Auftrag von DG Environment wird FoBiG weitere Vorschläge zur Harmonisierten Einstufung und Kennzeichnung erarbeiten. Das Projekt läuft innerhalb eines Rahmenvertrags zwischen der Europäischen Kommission und einem von RPA Ltd. (UK) geführten Konsortiums. In diesem neuen Projekt erarbeitet FoBiG Entwürfe für drei weitere Stoffdossiers zur Harmonisierten Einstufung und Kennzeichnung von ausgewählten Stoffen. Diese Dossiers werden dann von Bewertungsbehörden einzelner Mitgliedsstaaten bei der ECHA eingereicht.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Klaus Schneider.

In der aktuellen Ausgabe (6/2017) des DGUV Forums, der Fachzeitschrift für Prävention, Rehabilitation und Entschädigung, wurde der Artikel – Epoxidharze auf „EIS“ – veröffentlicht, in dem der aktuelle Stand der Risikoreduktion im Bereich der Hauterkrankungen ausgelöst durch Epoxidharzinhaltsstoffe referiert wird. Hier werden unter anderem die Ergebnisse aus dem von FoBiG und dem IVDK durchgeführten und abgeschlossenen Forschungsprojekt FP-0384 zusammengefasst, sowie die Weiterführung der Präventionsarbeit innerhalb des Epoxidharz-Informationssystems (EIS), welcher durch den dazugehörigen Arbeitskreis getragen wird, vorgestellt. Der Arbeitskreis setzt sich aus Vertretern der Unfallversicherungsträger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, sowie aus Vertretern der verschiedener Berufsgenossenschaften, der Industrie und der Wissenschaft zusammen. Ende September findet bereits das zweite Arbeitskreistreffen statt, bei dem unter anderem eine Software-Anwendung zum leichteren Vergleich des Gefährdungspotentials zweier Epoxidharzgemische vorgestellt und weitere Verbesserungsmöglichkeiten geprüft und diskutiert werden.

Im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA- FKZ 3716622053) führt FoBiG die toxikologische Bewertung von C4-C8 Alkanen als Grundlage für die Ableitung von Innenraumluftrichtwerten (RW-II und RW-I) durch. In diese Stoffgruppe gehören zum Beispiel Pentane, n-Hexan, Cyclohexan und Octane. FoBiG hat durch die Anpassung auf deutsches Arbeitsrecht und die in 2014 durchgeführte Aktualisierung der RCP-Methodik (RCP = reciprocal calculation procedure) zur Bewertung von Lösemittelkohlenwasserstoffgemischen am Arbeitsplatz bereits umfangreiche Erfahrung mit den zu bewertenden Einzelstoffen und Gemischen. Die Bewertung der C4-C8-Alkane ist nötig, da sie laut Ausschuss für Innenraumrichtwerte (AIR) in der letzten Zeit vermehrt in der Innenraumluft nachgewiesen werden. Verschiedene Vertreter der Stoffgruppe werden beispielsweise als Lösemittel in Lacken, Harzen und Fleckentferner im Innenraumbereich eingesetzt. Auch Lampenöle und Emissionen aus Feuerstätten kommen als Emissionsquellen in Frage.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Fritz Kalberlah