Aktuelles

Vor kurzem veröffentlichte ECHA den „Progress Report 2014”. Er enthält wertvolle Informationen für Registranten, die dabei sind, ihre REACH-Registrierungsdossiers zu erstellen.

Wichtige Empfehlungen der ECHA betreffen
-   die Weise, wie Informationen zur Identität und Zusammensetzung einer Substanz angegeben werden sollen (z.B. im Falle von isomeren Formen)
-   den erforderlichen Inhalt von Studienzusammenfassungen in IUCLID, um sie als „robust study summaries“ verwenden zu können
-   die korrekte Erstellung von Testvorschlägen
-   die vollständige Dokumentation von QSAR-Ergebnissen
-   die Rechtfertigung von Read-across-Ansätzen
-   die Beschreibung von nachgeschalteten Anwendungen und eine adäquate Expositionsschätzung (einschließlich der Rechtfertigung der Verwendung von Freisetzungsfaktoren oder spERCs).

Hier finden Sie den „Progress Report 2014” neben weiteren Informationen.

In der Technischen Anleitung Luft (TA Luft), Abschnitt Nr. 5.2.7.1.1, werden Maximalemissionen krebserzeugender Stoffe in die Umwelt begrenzt, wobei die Wirkstärke als „unit risk“ (geschätztes zusätzliches Krebsrisiko pro µg/m³) berücksichtigt wird. Drei Emissionsklassen werden ausgewiesen. In einem Ende Februar 2015 abgeschlossenen Projekt wurden 24 bestehende Zuordnungen von Substanzen in Emissionsklassen aktualisiert und zusätzliche 11 Stoffe analog klassiert. FoBiG entwickelte entsprechende Vorschläge im Auftrag des Umweltbundesamts, Berlin (Projekt: UBA  Z6-55682/1) und diskutierte diese mit einem Fachgremium als Basis für eine Aktualisierung des Regelwerks. Ihr Kontakt für weitere Informationen bei FoBiG ist Fritz Kalberlah.

FoBiG hat in einem durch die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) geförderten Forschungsvorhaben die RCP-Methodik (RCP = reciprocal calculation procedure) zur Bewertung von Lösemittelkohlenwasserstoffgemischen am Arbeitsplatz weiterentwickelt. Der Vorschlag beinhaltet eine Umstrukturierung der Gruppierung der Kohlenwasserstofflösemittel, eine Anpassung der Gruppenleitwerte (GGV) gemäß den mittlerweile vorhandenen Daten und Ausschluss bestimmter Substanzen von der Beurteilung über diese Gruppenleitwerte. Erste Ergebnisse werden auf einem Poster bei der INRS Fachtagung über Chemikalien induzierte Risiken am Arbeitsplatz im April 2015 in Nancy präsentiert. Hier finden Sie das aktuelle Tagungsprogramm.

Derzeit ist der Blickwinkel der Europäischen Chemikaliengesetzgebung unter REACH nur mangelhaft auf den gezielten Schutz des Trinkwassers ausgerichtet. FoBiG entwickelte im Auftrag und in Kooperation mit dem Umweltbundesamt, Dessau, ein Konzept zur Charakterisierung von Substanzen, die als „persistent“ (P), „mobil“ (M) und „toxisch“ (T) im Rohwasser bewertet werden sollen. Die Identifizierung von Stoffen mit PMT Eigenschaften im Rohwasser ermöglicht deren Vermeidung oder Begrenzung. Dafür war es jedoch erforderlich, PMT Eigenschaften transparent und schlüssig zu definieren. Der Projektbericht (UBA-FKZ 371265416) wurde inhaltlich im November 2014 abgeschlossen und wird später in 2015 öffentlich verfügbar. Ergebnisse werden auf der SETAC 2015, in Barcelona, vorgestellt. Für weitere Informationen steht Ihnen Fritz Kalberlah als Kontakt bei FoBiG zur Verfügung.

FoBiG beschäftigt sich zusammen mit Prof. Birgit Grahl (Integrahl - Industrielle Ökologie, Heidekamp) und Dr. Eva Schmincke (PE International, Tübingen) mit einem Indikator zur Charakterisierung möglicher gesundheitlicher Auswirkungen von Bauprodukten im Rahmen der Umwelt-Produktdeklaration (EPD; ergänzende Information nach ISO 14025). Der Indikator TOXSCALE nutzt Stoffinformationen aus REACH und verknüpft diese nach Prinzipien, wie sie aus dem Life cycle assessment (LCA) bekannt sind. Anwendungsgebiet sind zunächst Bauprodukte mit der Option, auch einen Indikator zur Charakterisierung des Gefährdungspotenzials durch Gebäude zu entwickeln und auch ökotoxikologische Auswirkungen von Bauprodukten und Gebäuden einzubeziehen. Auftraggeber für die Entwicklung der ersten Stufe von TOXSCALE ist die Fa. BASF, Ludwigshafen. Das Projekt wird auf der SETAC 2015, in Barcelona vorgestellt. Ihr direkter Kontakt für weitere Informationen bei FoBiG ist Fritz Kalberlah.