Aktuelles

FoBiG hat in einem durch die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) geförderten Forschungsvorhaben die RCP-Methodik (RCP = reciprocal calculation procedure) zur Bewertung von Lösemittelkohlenwasserstoffgemischen am Arbeitsplatz weiterentwickelt. Der Vorschlag beinhaltet eine Umstrukturierung der Gruppierung der Kohlenwasserstofflösemittel, eine Anpassung der Gruppenleitwerte (GGV) gemäß den mittlerweile vorhandenen Daten und Ausschluss bestimmter Substanzen von der Beurteilung über diese Gruppenleitwerte. Erste Ergebnisse werden auf einem Poster bei der INRS Fachtagung über Chemikalien induzierte Risiken am Arbeitsplatz im April 2015 in Nancy präsentiert. Hier finden Sie das aktuelle Tagungsprogramm.

Derzeit ist der Blickwinkel der Europäischen Chemikaliengesetzgebung unter REACH nur mangelhaft auf den gezielten Schutz des Trinkwassers ausgerichtet. FoBiG entwickelte im Auftrag und in Kooperation mit dem Umweltbundesamt, Dessau, ein Konzept zur Charakterisierung von Substanzen, die als „persistent“ (P), „mobil“ (M) und „toxisch“ (T) im Rohwasser bewertet werden sollen. Die Identifizierung von Stoffen mit PMT Eigenschaften im Rohwasser ermöglicht deren Vermeidung oder Begrenzung. Dafür war es jedoch erforderlich, PMT Eigenschaften transparent und schlüssig zu definieren. Der Projektbericht (UBA-FKZ 371265416) wurde inhaltlich im November 2014 abgeschlossen und wird später in 2015 öffentlich verfügbar. Ergebnisse werden auf der SETAC 2015, in Barcelona, vorgestellt. Für weitere Informationen steht Ihnen Fritz Kalberlah als Kontakt bei FoBiG zur Verfügung.

FoBiG beschäftigt sich zusammen mit Prof. Birgit Grahl (Integrahl - Industrielle Ökologie, Heidekamp) und Dr. Eva Schmincke (PE International, Tübingen) mit einem Indikator zur Charakterisierung möglicher gesundheitlicher Auswirkungen von Bauprodukten im Rahmen der Umwelt-Produktdeklaration (EPD; ergänzende Information nach ISO 14025). Der Indikator TOXSCALE nutzt Stoffinformationen aus REACH und verknüpft diese nach Prinzipien, wie sie aus dem Life cycle assessment (LCA) bekannt sind. Anwendungsgebiet sind zunächst Bauprodukte mit der Option, auch einen Indikator zur Charakterisierung des Gefährdungspotenzials durch Gebäude zu entwickeln und auch ökotoxikologische Auswirkungen von Bauprodukten und Gebäuden einzubeziehen. Auftraggeber für die Entwicklung der ersten Stufe von TOXSCALE ist die Fa. BASF, Ludwigshafen. Das Projekt wird auf der SETAC 2015, in Barcelona vorgestellt. Ihr direkter Kontakt für weitere Informationen bei FoBiG ist Fritz Kalberlah.

Wie jedes Jahr veranstaltet der AK Regulatorische Toxikologie der Gesellschaft für Toxikologie (GT) im Vorfeld der DGPT-Jahrestagung einen interessanten Advanced Course – diesmal zum Thema REACH. Anhand von konkreten Fällen aus der Praxis diskutieren Industrie- und Behördenvertreter mit den Teilnehmern Anforderungen an toxikologische Studien und Bewertungen. Hier finden sie das aktuelle Programm.

Aufgrund unterschiedlicher Aussagen der ECHA zur Anzahl der benötigten Pflanzenspezies für eine OECD 208-Studie („Terrestrial Plant Test: Seedling Emergence and Seedling Growth“) stellte FoBiG eine Anfrage beim nationalen REACH-Helpdesk. Die Antwort: um eine OECD 208-Studie als chronischer Bodentest anzuerkennen, sind mindestens 6 Pflanzenarten zu untersuchen. Mehr Informationen hierzu finden Sie hier.