Aktuelles

FoBiG und Partner Fraunhofer ITEM haben das in einer Pilotstudie für die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) entwickelte Verfahren zur Identifikation neu aufkommender chemischer Risiken in der Nahrungskette auf die unter der REACH-Verordnung registrierten Chemikalien angewendet. Ausgehend von etwa 15 000 registrierten Substanzen wurden im Rahmen dieses ebenfalls durch die EFSA geförderten Projektes 2 336 Substanzen identifiziert, die eine Reihe von Eingangskriterien erfüllten. Diese wurden hinsichtlich möglicher Freisetzungen in die Umwelt, biologischem Abbau und einer möglichen Anreicherung in der Nahrungskette bewertet. Chronische Gesundheitsgefahren für den Menschen wurden anhand der Einstufung nach CLP-Verordnung erfasst. Mittels der entwickelten Methodik wurden 212 Substanzen als potentielle neu aufkommende chemische Risiken in der Nahrungskette identifiziert. Die Methodik und Ergebnisse wurden nunmehr in einem externen wissenschaftlichen Abschlussbericht durch die EFSA veröffentlicht. Relevante Eingangsdaten sowie die zentralen Ergebnisse für alle 2 336 Substanzen sowie eine Batch-Version der Software ACC-HUMANsteady, die zur Bewertung der Anreicherung in der Nahrungskette verwendet wurde, sind hier frei zugänglich und erlauben interessierten Anwendern eine Reihe weiterer Analysen.

Bei Fragen kontaktieren Sie bitte Jan Oltmanns.

Dosis-Wirkungsmodellierung (oder auch Benchmarkdose-Modellierung) ist eine wichtige, wissenschaftlich anerkannte Methode zur Ableitung von gesundheitsbasierten Grenzwerten. Vor kurzem fand bei der Weltgesundheitsorganisation in Genf ein Expertentreffen statt. Dies hatte zum Ziel, Kapitel 5 (Dose-Response Assessment and Derivation of Health-Based Guidance Values) des Environmental Health Criteria-Dokuments 240: “Principles and methods for the risk assessment of chemicals in food” zu überarbeiten. Klaus Schneider nahm als Experte an diesem Treffen teil. Die Veröffentlichung des überarbeiteten Kapitels 5 ist für dieses Jahr geplant.

Die in Deutschland rechtswirksamen Arbeitsplatzgrenzwerte für die Bewertung von Kohlenwasserstoffgemischen unter Anwendung der RCP-Methodik sind im Gemeinsamen Ministerialblatt (GMBl, Datum: 30.11.2017) veröffentlicht. FoBiG hat die Überarbeitung durchgeführt und auf Basis dieser Arbeit die Veröffentlichung von McKee und Kollegen „The reciprocal calculation procedure for setting occupational exposure limits for hydrocarbon solvents: an update” kommentiert und mit den in Deutschland gültigen Maßstäben verglichen. Der Leserbrief ist hier zu lesen.

Substanzbewertungen hinsichtlich ihrer potentiellen das Hormonsystem störenden Wirkung (endocrine-disrupting (ED) properties) sind fester Bestandteil des Zulassungsprozesses bei Bioziden und Pestiziden. Für diese Regelungsbereiche wurden die Kriterien für die ED Bewertung gesetzlich festgelegt. Bei der Bewertung hilft die von der EFSA und ECHA veröffentlichte Guidance zur Identifizierung von endokrinen Disruptoren. Kriterien für die Substanzbewertung unter REACH wurden bislang noch nicht verabschiedet. Eine Bewertung als endokriner Disruptor hat aber auch unter REACH weitreichende Folgen. FoBiG unterstützt Sie gerne bei der Bewertung Ihrer Substanzen im Hinblick auf eine mögliche ED Wirkung.

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an Ulrike Schuhmacher-Wolz.

FoBiG setzt in einem weiteren Projekt im Auftrag von DG Environment die erfolgreiche Arbeit zur Erarbeitung von Vorschlägen zur Harmonisierten Einstufung und Kennzeichnung fort. In diesem neuen Projekt werden vier weitere Stoffdossiers bezüglich CMR-Eigenschaften sowie fünf Dossiers zur Harmonisierten Einstufung bezüglich der akuten Toxizität erarbeitet. Die Ergebnisse werden mit ECHA und den zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten diskutiert und konsentiert.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Klaus Schneider.