Aktuelles

Epoxidharze finden aufgrund ihrer Materialeigenschaften in vielen Branchen Anwendung. Während ausgehärtete Epoxidharze dermal unbedenklich sind, können Inhaltsstoffe der Ausgangskomponenten sensibilisierende Eigenschaften haben und zu allergischen Reaktionen in Form von Hautausschlägen führen. FoBiG hat in der Vergangenheit bereits zwei DGUV geförderte Projekte zur Bewertung der sensibilisierenden Wirkstärke von Epoxidharzinhaltsstoffen durchgeführt (FP-0324 und FP-0384, Heine et al. 2012, 2016). Um die Arbeiten aus den Forschungsprojekten zu ergänzen, hat sich 2017 neben dem bestehenden Arbeitskreis Epoxidharze der Arbeitskreis Epoxidharzinhaltsstoffe (AK EIS) gegründet. Der AK EIS wird wissenschaftlich durch FoBiG unterstützt. Es entstand beispielsweise der EIS-Gemischerechner als praxisnahes Werkzeug, mit dessen Hilfe es möglich ist, zwei technisch austauschbare Epoxidharzprodukte bezüglich ihrer sensibilisierenden Wirkstärke miteinander zu vergleichen. Die Ergebnisse der umfangreichen Arbeiten beider Arbeitskreise und der Forschungsprojekte finden sich nun gesammelt auf der aktualisierten Epoxidharzseite der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Karin Heine.

Melanie Macherey und Markus Schwarz nahmen an der diesjährigen Konferenz der Society of Environmental Toxicology and Chemistry (SETAC) Europe in Helsinki (26.-30. Mai) teil. Auch in diesem Jahr war Endokrine Disruption wieder ein wichtiges Thema, mitunter als Reaktion auf die neue „ECHA/EFSA Guidance for the identification of endocrine disruptors in the context of Regulations (EU) No 528/2012 and (EC) No 1107/2009“, welche im Juni 2018 veröffentlicht wurde. Um die in der Guidance gestellten Anforderungen zu erfüllen, wurden Konzepte besprochen und neue wissenschaftliche Methoden vorgestellt, z.B. zur Modellierung von populationsrelevanten adversen Effekten in nicht-Zielorganismen oder zur Identifizierung von Thyroidhormon-Signalwegstörungen. Zudem wurde rege diskutiert, ob – angesichts einer gefahrenbezogenen Bewertung in der EU – allein die biologische Plausibilität genügt, oder vielmehr die Kausalität des Zusammenhangs entscheidend ist, wenn ein adverser Effekt einem spezifischen endokrinen Wirkmechanismus zugewiesen werden soll; und welche Rolle die mechanistische Wirksamkeit (Potenz) einer Substanz für diesen Wirkmechanismus dabei spielt.

Wenn ein Antragssteller im Rahmen der Überprüfungsfrist (Review Period) einer gewährten Zulassung noch keine Substitution der zulassungspflichtigen Substanz vornehmen kann, besteht die Möglichkeit durch Einreichung eines Überprüfungsberichts (Review Report) eine erneute Zulassung zu beantragen. Im vorliegenden Fall hat FoBiG zusammen mit unserem langjährigen Partner RPA Ltd die tschechische Firma Spolana s.r.o. bei einem solchen Review Report unterstützt. Insbesondere wurden mehr als 500 Arbeitsplatzmessungen (Luft- und Biomonitoring) und mehrere tausend Messwerte zur Freisetzung in die Umwelt im Detail ausgewertet, ausführlich diskutiert und Expositionswerte für die Risikocharakterisierung abgeleitet. Der resultierende Stoffsicherheitsbericht wurde als Teil des Review Reports eingereicht. Die kürzlich veröffentlichte „RAC/SEAC Opinion“, die hier zugänglich ist, schlägt eine Review Period von 12 Jahren vor, wie sie von Spolana beantragt wurde. Es ist nun an der Europäischen Kommission hierüber zu entscheiden.

Bei weiterführenden Fragen kontaktieren Sie bitte Klaus Schneider.
 

Als reproduktionstoxisch eingestufte Stoffe am Arbeitsplatz werden auf EU-Ebene derzeit durch die Chemical Agents Directive (CAD, Richtlinie 98/24/EC) geregelt. Eine Studie im Auftrag des Generaldirektorats Beschäftigung, Soziales und Integration untersuchte, wie am effektivsten Schutz vor reproduktionstoxischen Stoffen am Arbeitsplatz gewährt werden kann und inwieweit solche Stoffe auch unter der Carcinogens and Mutagens Directive (CMD, Richtlinie 2004/37/EC) geregelt werden sollten. Diese Studie unter Leitung von Risk and Policy Analysis, Ltd. und unter Beteiligung von FoBiG, wurde nun veröffentlicht und ist hier zugänglich.

Bei weiterführenden Fragen wenden Sie sich bitte an Klaus Schneider.
 

FoBiG und Partner Fraunhofer ITEM haben das in einer Pilotstudie für die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) entwickelte Verfahren zur Identifikation neu aufkommender chemischer Risiken in der Nahrungskette auf die unter der REACH-Verordnung registrierten Chemikalien angewendet. Ausgehend von etwa 15 000 registrierten Substanzen wurden im Rahmen dieses ebenfalls durch die EFSA geförderten Projektes 2 336 Substanzen identifiziert, die eine Reihe von Eingangskriterien erfüllten. Diese wurden hinsichtlich möglicher Freisetzungen in die Umwelt, biologischem Abbau und einer möglichen Anreicherung in der Nahrungskette bewertet. Chronische Gesundheitsgefahren für den Menschen wurden anhand der Einstufung nach CLP-Verordnung erfasst. Mittels der entwickelten Methodik wurden 212 Substanzen als potentielle neu aufkommende chemische Risiken in der Nahrungskette identifiziert. Die Methodik und Ergebnisse wurden nunmehr in einem externen wissenschaftlichen Abschlussbericht durch die EFSA veröffentlicht. Relevante Eingangsdaten sowie die zentralen Ergebnisse für alle 2 336 Substanzen sowie eine Batch-Version der Software ACC-HUMANsteady, die zur Bewertung der Anreicherung in der Nahrungskette verwendet wurde, sind hier frei zugänglich und erlauben interessierten Anwendern eine Reihe weiterer Analysen.

Bei Fragen kontaktieren Sie bitte Jan Oltmanns.