Diese Konferenz gibt einen aktuellen Überblick über die gesetzliche Situation im Bereich der Biozide. Vorgestellt werden die neuesten Entwicklungen und aufkommenden Probleme, z.B. im Bereich der Nanomaterialien oder die Auswirkungen der CLP, nach dem Inkrafttreten der Verordnung (EU) Nr. 528/2012 (Biocidal Products Regulation (BPR) im September 2013. Wenn Sie Fragen zur Zulassung von Biozidprodukten haben, steht Ihnen Klaus Schneider zur Verfügung.
Die bioziden Wirkstoffe Methylisothiazolon (MIT) und 5-Chlormethylisothiazolinon (CIT) werden einzeln oder gemeinsam (Handelsprodukt Kathon) als Konservierungsmittel in unterschiedlichen Produkten des täglichen Gebrauchs (z.B. Kosmetika) eingesetzt und lassen sich weitverbreitet in der Raumluft nachweisen. Die Substanzen sind unter anderem reizend und sensibilisierend. Die Ad-hoc-Arbeitsgruppe Innenraumrichtwerte und die Kommission Human-Biomonitoring des Umweltbundesamts befasst sich aktuell mit der Bewertung dieser Substanzen. Die wissenschaftlichen Grundlagen werden von FoBiG im Auftrag des Umweltbundesamtes erarbeitet.
Die Europäische Kommission hat am 26. September 2014 ein Konsultationsverfahren zu den Kriterien für endokrine Disruptoren (ED) eröffnet (Laufzeit bis 16.01.2015), um die Folgen der anstehenden Entscheidungen im Bereich der Biozide und Pestizide besser abschätzen zu können. Nähere Informationen zum Konsultationsprozess finden Sie hier. Während die Kommission noch über die Kriterien für ED und mögliche regulatorische Konsequenzen berät, wurde von der Dänischen Umweltbehörde bereits für DEHP und andere Phthalate die von der Endocrine Disruptors Expert Advisory Group vorgeschlagenen Kriterien (JRC, 2013) angewendet, um eine Aufnahme in Annex XIV vorzuschlagen. Haben Sie Fragen zu Endokrinen Disruptoren unter REACH?
Für Firmen, die Unterstützung beim Zulassungsverfahren unter REACH oder einen Erfahrungsaustausch mit anderen Partnern suchen, bietet ECHA einen Partnerservice an, um geeignete Partner für das Zulassungsverfahren zu finden. Näheres dazu siehe hier. Sie finden in der Partnerliste der ECHA auch FoBiG und RPA Ltd.
Für Zulassungsanträge unter REACH kooperiert FoBiG eng mit den britischen Consultants RPA Ltd. in Loddon. Beide Beratungsfirmen arbeite(te)n erfolgreich in mehreren abgeschlossenen oder laufenden Zulassungsverfahren im Auftrag von Firmen oder Konsortien zusammen. Dabei bringt RPA die Expertise für sozioökonomische Analyse (SEA) und die technischen und ökonomischen Aspekte der Bewertung möglicher Alternativsubstanzen ein. Die Hauptarbeitsgebiete von FoBiG sind Optimierungen des CSR (speziell im Hinblick auf eine verbesserte Expositionsabschätzung) und die Abschätzung der Gefährdungs- und Risikopotenziale alternativer Substanzen.
FoBiG-Mitarbeiter Jan Oltmanns hat zusammen mit Kollegen des Öko-Instituts und EUROSTAT die Einstufung aus REACH-Registrierungsdossiers mit der rechtlich verbindlichen harmonisierten Einstufung für 142 Substanzen verglichen, die in sehr großen Mengen hergestellt werden. Die Analyse, die kürzlich in der Zeitschrift Regulatory Toxicology & Pharmacology veröffentlicht wurde, zeigt, dass für eine bedeutende Anzahl Substanzen strengere Einstufungen in den REACH-Registrierungsdossiers vorlagen und oftmals eine Einstufung für zusätzliche Endpunkte erfolgte, die in der harmonisierten Einstufung nicht abgedeckt waren. Die Autoren schlussfolgern, dass REACH zu einer verbesserten Gefahrencharakterisierung führt.
ECHA informierte kürzlich über ein Update von CHESAR, das nun sogenannte SCEDs (Specific Consumer Exposure Determinants) enthält. SCEDs beinhalten von der Industrie entwickelte Verwendungsbedingungen und ihre numerischen Werte, die eine genauere Beschreibung von Expositionsszenarien ermöglichen sollen. Kürzlich verglich und bewertete FoBiG im Auftrag des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) die in gängigen Tier I Verbraucherexpositionsmodellen (ECETOC TRA, REACT, EGRET) verwendeten Parameter und Standardannahmen (der Bericht wird in Kürze vom BfR veröffentlicht, ein Fachartikel ist in Vorbereitung).
FoBiG beschäftigt sich in einem von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) geförderten Forschungsvorhaben mit der Weiterentwicklung der RCP-Methodik (RCP = reciprocal calculation procedure) zur Bewertung von Lösemittelkohlenwasserstoffgemischen am Arbeitsplatz (Pflaumbaum et al., 2008a,b). In Absprache mit relevanten Gremien, der herstellenden Industrie und Vertretern des Instituts für Arbeitsschutz der DGUV (IFA) findet eine Überprüfung der bisherigen Gruppengrenzwerte statt, und - falls nötig - eine Neuordnung der Gruppen mit angepassten Gruppengrenzwerten. Interessierte Akteure, die ggf. neuere toxikologische Daten zu kohlenwassersstoffhaltigen Lösemitteln innehaben, werden eingeladen, diese Daten in die Neubewertung mit einfließen zu lassen.
Eine überarbeitete und übersetzte Ausgabe des Lehrbuchs Regulatorische Toxikologie (Hrsg. F-X. Reichl, M. Schwenk) ist nun beim Springer-Verlag erschienen. Es enthält mehrere Beiträge von FoBiG-MitarbeiterInnen (Karin Heine, Martin Hassauer und Klaus Schneider) zu Themen wie Referenzwerte, Beurteilung der Datenqualität und Extrapolationsfaktoren.
In der Zeitschrift "Arbeitsmedizin – Sozialmedizin – Umweltmedizin" (ASU) ist unter Mitwirkung von FoBiG Mitarbeitern in der April-Ausgabe ein Artikel erschienen. Er beschäftigt sich mit dem Allergierisiko von Expoxidharzinhaltsstoffen und erfolgversprechenden Schutzmaßnahmen, um die Erkrankungszahlen vor allem nach beruflicher Exposition im Bausektor zu senken. Zum Inhalt der Zeitschrift geht es hier.
Unsere Veröffentlichung zu den Ergebnissen für Blei aus dem LExUKon-Projekt in Zusammenarbeit mit dem BfR erscheint demnächst in „Food Additives & Contaminants“.
Die Vorabpublikation finden Sie hier.
In Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Berlin hat FoBiG im LExUKon-Projekt die Aufnahme von Schadstoffen aus Lebensmitteln abgeschätzt. Unsere Veröffentlichung zu den Ergebnissen für Cadmium auf Basis neuer Verzehrsdaten aus der Verzehrsstudie II (NVS II) erscheint demnächst in „Food Additives & Contaminants“.
Die Vorabpublikation in Food Additives & Contaminants: Part A finden Sie hier.
In einem Projekt des Umweltbundesamtes in Zusammenarbeit mit dem Biochemischen Institut für Umweltcarcinogene, Prof. Dr. Gernot Grimmer Stiftung, hat FoBiG PBT-Eigenschaften von sPAC, ihre Vorkommensrelevanz sowie einen daraus resultierenden regulatorischen Handlungsbedarf unter der Europäischen Chemikaliengesetzgebung (REACH) untersucht. Die Publikation wird demnächst in einer Ausgabe des SETAC Journals Integrated Environmental Assessment and Management erscheinen und ist bereits online verfügbar.