Aktuelles

FoBiG und Partner Fraunhofer ITEM haben ein Verfahren zur Identifikation neu aufkommender chemischer Risiken in der Nahrungskette entwickelt und getestet. Das Projekt wurde im Auftrag der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) durchgeführt. EFSA hat soeben den externen wissenschaftlichen Abschlussbericht publiziert, der frei im Internet zugänglich ist.

Die prinzipielle Herangehensweise neu aufkommende chemische Risiken in der Nahrungskette zu identifizieren besteht in der Kombination von Expositionspotential und toxischen Eigenschaften in einer Punkte- und Gewichtungsprozedur. Die Prozedur bezieht sich auf unter REACH registrierte Chemikalien (≥ 1 000 t/a) und bewertet eine potentielle Exposition über Nahrungsmittel.

Das Verfahren evaluiert sechs individuelle Blöcke mit den Endpunkten Umweltexposition, Bioabbau, Anreicherung in Nahrungsmitteln, Toxizität bei wiederholter Verabreichung, Reproduktions- und Entwicklungstoxizität und Gentoxizität (Kanzerogenität). Das Modell ACC-HUMANsteady wurde als Vorhersagemodell für die Bioakkumulation von Chemikalien in elf verschiedenen Nahrungs- bzw. Futtermitteln benutzt, um eingehende Informationen zu potentiellen Quellen neu aufkommender chemischer Risiken in der Lebensmittelkette zu erhalten. Während der Verfahrensentwicklung wurden (Q)SAR Vorhersagen auf ihre Anwendbarkeit überprüft und sind als Bewertungselement in die Methodik aufgenommen worden.

Ein Folge-Projekt ist in Planung und wird das neue Verfahren auf alle unter REACH registrierter Chemikalien anwenden, um potentielle, neu aufkommende chemische Risiken in der Nahrungskette zu identifizieren. 

Haben Sie weiterführendes Interesse oder Fragen? Zögern Sie nicht und kontaktieren Sie Jan Oltmanns.

Das Board of Appeal (BoA) hat mit Datum 28. Juni 2016 eine Entscheidung getroffen in einem Streit um die Interpretation von Art. 14 von REACH: muss für eine Substanz, die bezüglich gesundheitlicher Wirkungen, aber nicht bezüglich Gefahren für die Umwelt nach CLP-Verordnung eingestuft ist, eine Umweltexpositionsbewertung und –risikocharakterisierung im Registrierungsdossier vorgenommen werden? Die BASF AG hatte die Interpretation der ECHA, die diese Frage mit Ja beantwortet hatte, 2014 vor dem Board of Appeal angefochten. Das BoA hat nun der ECHA Recht gegeben, die Firma muss die entsprechenden Teile des Stoffsicherheitsberichtes nachliefern.

ECHA hat nun das angekündigte Inventar von Stoffen veröffentlicht, die voraussichtlich die Kriterien nach Anhang III der REACH-Verordnung erfüllen. Zusammen mit Instruktionen und Beispielen zur Sammlung von relevanter Information und zur Prüfung der Annex III-Kriterien soll das Inventar Registranten mit Stoffen im Tonnageband 1 bis 10 Jahrestonnen helfen zu entscheiden, ob sie 2018 ihre mit einem reduzierten Satz an Stoffinformationen (bestehend aus nur physikalisch-chemischen Daten) registrieren können.

Für weitergehende Informationen wenden Sie sich bitte an Karin Heine.

Unsere Kollegin Karin Heine hält im Sommersemester 2016 eine Vorlesung zum Thema Regulatorische Toxikologie. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Vorlesungsreihe Toxikologie für Chemiker und Naturwissenschaftler ausgerichtet vom Lehrstuhl für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg statt. Frau Heine wird darin neben dem grundsätzlichen Vorgehen in der Regulation von Chemikalien nach heutigem Standard auch aktuelle Beispiele aus dem Alltag eines Toxikologen präsentieren.

Bei Fragen und Interesse wenden Sie sich direkt an Karin Heine!

Die EU-weite Harmonisierung zur Bereitstellung von Notfallinformationen für als gefährlich eingestufte Gemische (z. B. manche Reinigungsmittel, Farben, Klebstoffe) ist im Artikel 45(4) der CLP Verordnung verankert. Die EU Kommission ist derzeit dabei einen Gesetzesentwurf zu verabschieden. Die neue Verordnung unter Art. 45 CLP wird im Herbst 2016 erwartet und soll Ende des Jahres in Kraft treten.

Importeure und nachgeschaltete Anwender, die Gemisch vermarkten, welche bezüglich physikalischer Gefahren oder Gefahren für die menschliche Gesundheit eingestuft sind, werden dazu verpflichtet Informationen an Poison Centres einzureichen. Im Vergiftungsnotfall kann so über die Poison Centers schnell Hilfe geleistet werden.

Zukünftig (genauer Termin steht noch nicht fest) müssen Informationen über ein online-basiertes XML-Reporting-Format eingereicht werden. Gefordert sind Angaben zur Zusammensetzung des Gemisches (Identität und Konzentrationsbereiche von Inhaltsstoffen) und Informationen aus dem Sicherheitsdatenblatt wie Einstufungshinweise und Kontaktangaben. Ende 2016 wird ein neues Produktkategorisierungssystem implementiert und ein Tool zur Generierung von Unique formula identifiers (UFI) erstellt werden, um die einfache Identifizierung von Produkten zu ermöglichen. Der UFI-Code muss auf dem Etikett des Produktes stehen.

Für weitergehende Informationen, wenden Sie sich bitte an Marie-Léonie Bohlen.